JBLH - wA - letzter Spieltag

wA
Samstag, 25 Februar, 2017
Doppelspieltag - Zwischenrunde Gruppe D
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Es hat nicht sollen sein …
 
Faschingssamstag in der Karl-Heinz-Hiersemannhalle in Erlangen - finaler Zwischenrundenspieltag in der Gruppe D der Jugendbundesliga
 
Das Buffet ist angerichtet – trotz des Ferienbeginns und eines Heimspiels der Bundesligaherren des HC Erlangen wollen sich zahlreiche Zuschauer dieses Event nicht entgehen lassen und freuen sich zusammen mit den fleißigen Helfern auf spannende Begegnungen.
 
FSG Mainz 05/Budenheim – TSV Bayer Leverkusen 22:43 (14:20)
 
JBLH letzter SpieltagDer Spieltag startet mit der Begegnung der beiden bereits fürs Viertelfinale qualifizierten Teams.
Neugierig fragt sich das Publikum, darunter auch unsere Mädels, ob die “Meenzer Dynamighties” den favorisierten Werkselfen den Gruppensieg noch streitig machen können. Doch etwas verwundert stellen die Fans fest, dass die Pfälzerinnen mit einer leicht verstärkten B-Jugend angereist sind, da alle Leistungsträgerinnen das parallel spielende Frauenzweitligateam verstärken müssen.
 
Vorhersehbar gehen die in Bestbesetzung auflaufenden Leverkusenerinnen mit 0:2 in Führung. Die engagiert kämpfenden jungen “Roten” können gestützt auf ihre starke Torhüterin erstaunlich gut mithalten und den Rückstand bis zur Pausensirene auf erträgliche sechs Zähler begrenzen. 
 
Nach dem Seitenwechsel gibt es für den mit Juniorennationalspielerinnen gespickten Erstliganachwuchs kein Halten mehr. Mit schlafwandlerischer Sicherheit findet jeder weite JBLH letzter SpieltagPass exakt das gewünschte Ziel, ein schwarz/weißes Kraftpaket nach dem anderen steht frei vor den tapferen Mainzer Torhüterinnen und netzt routiniert ein. Jeder kleine Fehler wird vom Rekordmeister der A-Jugendbundesliga umgehend bestraft. Die in ihrem Engagement nicht nachlassenden Fans aus der Karnevalshochburg am Rhein feiern trotzdem jede gute Aktion ihres jungen Teams mit einem fröhlichen “Helau”.
 
Die glasklare Rollenverteilung lässt keine Spannung mehr aufkommen. Das interessierte Publikum darf sich aber Präzision, Athletik und Raffinesse eines heißen Titelanwärters auf der Zunge zergehen lassen, der mit 22:43 auch in der Höhe verdient Gruppenplatz 1 in trockene Tücher packt.
 
 
Frankfurter Handball-Club – MTV Stadeln 31:27 (17:16)
 
wA17:30 Uhr – Unsere Spielerinnen laufen genauso eindrucksvoll wie strahlend zum letzten Kapitel ihres Abenteuers Jugendbundesliga in “Stadelner blau” ein – Gänsehautatmosphäre!
 
Die hochgewachsenen Gegnerinnen aus der Sportschule des Frankfurter Handball-Clubs (Deutscher Meister 2004, FHCDHB-Pokalsieger 2003, Erstligist bis 2013) waren in den vergangenen Jahren bereits eine feste Größe in der weiblichen A-Jugendbundesliga. Beide Teams wirken entschlossen, sich mit einer guten Leistung aus der aktuellen Runde zu verabschieden.
 
Unsere Mädels starten schwungvoll. Nikola und Julia (Maxi) legen für den MTV vor (0:2). Die in rot spielenden Brandenburgerinnen legen den Schalter um und nehmen mit einem Vier-Tore-Lauf das Heft in die Hand (4:2). Ihre unkonventionelle Spielweise – gepasst wird durchaus auch hinter dem Rücken – gibt unseren Juniorinnen Rätsel auf. Caro und Saskia gleichen aus (4:4). wADie sehr offene Abwehrformation der auch in der Oberliga Ostsee/Spree aktiven Mädels nötigt unsere Angreiferinnen, lange Wege zu gehen und fängt (zu) viele Würfe ab (6:4). Gestützt auf Paraden von Denise zwischen den Stadelner Pfosten sorgen Julia (Maxi) – trotz Behinderung – und die mit viel Übersicht agierende Nikola erneut für Gleichstand (6:6). Den durchaus nicht fehlerfreien, aber mit mehr Erfahrung und Cleverness auftrumpfenden “Roten”  gelingt es immer wieder, unsre Angreiferinnen “einzukesseln” und im Angriff über die treffsicheren Außen und Dank vieler Wurfvarianten zu punkten. wADer Handball-Club enteilt (14:8) und unsere Trainer rufen folgerichtig zum Time-Out. Mit neuen Ideen kämpfen sich unsere Juniorinnen zurück. Als eine Frankfurterin nach einem Foul an Saskia für zwei Minuten den Gang zur Bank antreten muss, Julia (Maxi) den gegebenen Strafwurf sicher verwandelt und die nach ihre schweren Verletzung so lange schmerzlich vermisste Lea den (leider heute einzigen) Kontertreffer in die Maschen setzt sind die Franken wieder dran (15:13). Julia (Mini)s Knöchel erlaubt einen Kurzeinsatz. Als ein Alleingang von durch die weit ins Feld gelaufene Frankfurter Torhüterin ausgebremst wird, warten alle auf die (trotz fehlender böser Absicht) regelkonforme rote Karte, die aber im Hemd des Schiris stecken bleibt. Und als kurz darauf Hannah durch einen Griff an den Hals im Torwurf behindert wird, setzt es zwar erneut eine Zeitstrafe für Frankfurt, der fällige Siebenmeterpfiff bleibt aber aus. Mit einem knappen 17:16 geht es in die Halbzeitpause – noch ist alles möglich!
 
Nach dem Seitenwechsel beginnt der MTV in der eigentlich ungeliebten Überzahl. Caro wirft den umjubelten Ausgleich. Sie lässt sich von Zeitspielanzeigen scheinbar anspornen und bringt mit ihrem anschließenden Doppelschlag nervenstark unsere Mädels wieder in Front (18:19). Die Abwehr vor Juliane wirkt nun sicherer. wADie Trommeln laufen heiß. Das gut eingespielte und mit vielen drittligaerfahrenen Akteurinnen ausgewogen besetzte Team des HC bewahrt Ruhe und nutzt die körperliche Überlegenheit, dynamisch in unsere Abwehr zu preschen. Obwohl Torwartküken Anja unter großem Beifall einen Siebenmeter entschärfen kann, setzt sich Frankfurt wieder ab (24:20).  wAStadeln versucht nun, mit gezielter Manndeckung (Saskia, Nadja, Nikola) den Ballfluss der gegnerischen Offensivkräfte zu unterbinden. Monas Riecher für eigentlich unmögliche Tore, Lauras riesiger Wurfradius und die sich heute in Dauerumzingelung wiederfindende Saskia halten den MTV zwar noch in Schlagweite, doch die routinierten Mädels aus Deutschlands Osten lassen nichts mehr anbrennen. Unmittelbar vor der Schlusssirene wird Sophia noch ausgebremst. Mit dem fälligen Strafwurf setzt Saskia sicher den 31:27 – Endstand in die Maschen. Sie zieht damit den Schlussstrich unter das letzte Kapitel im Abenteuer Jugendbundesliga eines Teams, das seinem Anhang zwar (zusätzliche) graue Haare, aber noch viel mehr Begeisterung und Freude geschenkt hat.
 
Der Frankfurter Handball-Club macht sich nun verdient mit zwei Punkten im Gepäck auf die 500 km lange Heimreise an die Grenze zu Polen.
 
Trotz der Niederlage dürfen sich unsere A-Juniorinnen und unser Trainerteam unter großem Applaus verabschieden. Es stiegen zwar mit dem Erfolg die Ansprüche und zumindest die letzten zwei Begegnungen hätten mit mehr Glück und weniger Fehlern durchaus ein anderes Ende finden können. Doch der designierte bayerische Meister, das erste und bisher einzige fränkische Mädchenteam in der Jugendbundesliga, hat mit viel Herz und Einsatz den Mangel an Mitteln und Infrastruktur kompensiert und zusammen mit den besten Fans der Liga die weiß-roten (fränkischen) und rot-blauen (MTV) Farben wahrhaft würdig vertreten!
 
Für den MTV Stadeln spielten:
Denise, Juliane, Anja (alle Tor); Caro (4); Hannah, Julia (Maxi) D. (6/1), Julia (Mini) S., Laura (3), Lea (1), Mona (3); Nadja; Nikola (4), Saskia (5/1) und Sophia (1).
 
Autorin: HL 
Fotos:  Michaela Schmidt (jeweils verlinkt zum Album auf der Galerie)