3.Runde JBLHQ - Neckarsulm

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Samstag, 10 Juni, 2017
3.Runde - Jugendbundesligaquali - Neckarsulm
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Auf zu neuen Träumen...
 
Jugendhandballbundesligaqualifikation zum dritten und letzten – bundesweite Endrunde.
 
wASchon wieder Neckarsulm – das hätte schlimmer kommen können. Ersatzgeschwächt treffen die A-Juniorinnen des MTV Stadeln in der schönen Ballei-Halle mit noch schönerem Bier- bzw. eigentlich Weingarten ein.  Leider sind neben Stammtorhüterin Anja auch die in den ersten beiden Runden treffsichersten Feldspielerinnen Sara und Mona verhindert. Chrissis Hand schmückt ein Tape. Diesmal stellt sich Juliane als Teambetreuerin in den Dienst der Mannschaft. Dank Sissi, die trotz längerer krankheitsbedingter Sportpause kurzfristig noch zum Team gestoßen ist, steht dem MTV eine „gelernte“ Keeperin zur Verfügung. Was ist heute drin? 
 
PSV Recklinghausen – MTV Stadeln 16:10 (8:4)
Der erste Angriff der späteren Turniersiegerinnen läuft ins Leere. Nach einem Foul an Tanja erzielt Nikola von der Siebenmeterlinie sicher den ersten Zähler des Tages (0:1). Sissi führt sich mit einer gelungenen Parade ein. Es läuft ganz nach Geschmack der Fürther Fans, von denen einige sogar ihren Urlaub unterbrochen bzw. verschoben haben, um unsere Mädels zu unterstützen. wADie hochgewachsenen Westfälinnen agieren wuchtig mit besserer Wurfausbeute und können sich leicht absetzen (6:3). Als Sissi mit einem langen Traumpass Hannah erfolgreich zum Konter schickt (6:4) keimt wieder Hoffnung auf, doch zu viele Ballverluste verursachen den deutlichen 8:4-Pausenrückstand.
 
Der bessere Start nach dem Seitenwechsel gelingt dem PSV (9:4). Sophia kann am Kreis ein schönes Anspiel von Tanja verwerten (9:5). Zahlreiche gute Aktionen werden durch einen Pfiff wegen Übertretens gestoppt, während die Pfeifen bei Fouls gegen Tanja und Sophia wiederholt schweigen. Stadelns suboptimale Chancenverwertung lässt Recklinghausen enteilen (12:5), bis sich unsere Offensive mit Nadja und Nikola wieder zurückmeldet (12:7). Unsere Trainer versuchen nach einer Denkpause, das Spiel mit Anordnung einer doppelten Manndeckung wieder offener zu gestalten. Doch der PSV kann die dadurch entstehenden Lücken geschickt nutzen (15:7). Und dann ein Schock: die immer besser ins Match findende Annika wird im Gewühl derart unglücklich am Kehlkopf getroffen, dass sie kurz das Bewusstsein verliert und zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht werden muss. Nach kurzer Spielunterbrechung überzeugt die angeschlagene Chrissi als Vorlagengeberin und von der Siebenmeterlinie, doch für eine Aufholjagd bleibt zu wenig Zeit und so steht beim Ertönen der Schlusssirene ein deutliches 16:10 für Schwarz/Weiß/Grün auf der Anzeigetafel.
 
MTV Stadeln  – TSG Friesenheim 16:20 (7:7)
Gegen die roten Pfälzer „Eulen“, die in der Partie zuvor dem HCD Gröbenzell das Siegen denkbar schwer gemacht haben, legen unsere Mädels dank Maike (1:0) und Sissis flinken Beinen vor. Die mit vollem Körpereinsatz spielenden Friesenheimerinnen stoppen Nikola beim Konterspurt. Tanja gelingt es erneut, Sophia am Kreis sicher zu bedienen (2:1) und eine sehenswerte Gegenstoßkombi von Maike und wANikola lässt die Fans jubeln (3:1). Linksaußen Lea übernimmt  die Rückraummitte. Mit einem Viertorelauf drehen die schnellen Eulen die Partie (4:6), doch die durch zwei zweiminütige Kurzpausen sichtbar gestärkte Tanja erkämpft mit viel Energie mit der Pausensirene das Halbzeitremis (7:7). 
 
Die Mädels aus Gröbenzell, mit vielen Stadelnerinnen befreundet, versuchen unser Team durch das Aufhängen der bayerischen Fahne zusätzlich zu motivieren. Ob’s hilft?
 
Nach Wiederanpfiff gelingt es den „Roten“ meist, einen Zähler vorzulegen. Der MTV bleibt vor allem durch Sophia und Nikola dran. wAZahlreiche Friesenheimer Schrittfehler bleiben ohne Konsequenz. In erster Linie machen sich aber unsere Mädels durch eigene Fehler das Leben schwer und bekommen zudem die quirlige TSG-Spielmacherin nicht in den Griff. Das inzwischen zu bekannte Abschlußpech kommt erschwerend hinzu, und so gelingt es den bissigen Pfälzerinnen, davonzuziehen (11:15). Dann der Riesenschreck: Lea verletzt sich am Knie und muss den Platz verlassen. Der Schock sitzt, lässt doch ihre Verletzungsvorgeschichte Schlimmes befürchten. Unseren Trainern gehen langsam die fitten Alternativen aus. Jetzt besinnen sich die Mädels aber auf ihre Qualitäten, zeigen Spielfreude und Kampfgeist. Doch erneut ist die Zeit zu knapp, dem Gegner die Punkte noch zu entreißen (16:20).
 
In der folgenden langen Pause wird viel gegessen und diskutiert. Sollten weitere Spielerinnen ausfallen kreiert Heike eine schlagkräftige Handballmütterersatzaufstellung Lächelnd, die im Einsatzfall sicher jede Menge blaue Flecken und überstrapazierte Lachmuskeln zur Folge hätte…
 
MTV Stadeln – HCD Gröbenzell 10:26 (3:11)
Bereits vor der letzten Partie des Tages steht mit Recklinghausen der Turniersieger fest. Nur mit einem deutlichen Sieg gegen die favorisierten Münchner Vorstädterinnen können unsere Mädels noch die morgige Entscheidungsrunde erreichen. wAAllerdings sind die Akkus sichtbar leer – und nach den beiden Verletzungen sind andere Gedanken in den Vordergrund gerückt. Zur großen Freude aller kehrt Annika aus der Klinik zurück, muss aber wie Lea dauerhaft auf der Bank sitzen bleiben.
 
Im bayerischen Derby zeigen unsere „Kürzesten“ Biss. Chrissi erobert den Ball, Tanja verhindert einen Gegenstoß. Die kompakte Gröbenzeller Abwehr lässt aber leider kein Durchkommen unserer Angreiferinnen zu. Auf MTV-Treffer durch Sophia und Maike folgt die Antwort im direkten Gegenzug. Die HCD-Konterwelle rollt ein ums andere Mal frei auf die tapfere Sissi zu und schlägt siebenmal in Folge auf, ehe Laura für Stadeln punkten kann. Ein deutliches 3:11 zum Seitenwechsel zeigt an, dass hier und heute nicht mehr viel zu holen sein wird.
 
Nach der Pause besetzt Linksaußen Nadja die Rückraummitte und Maike kann verkürzen (4:11). Sophia trifft vom Kreis, Hannah im Nachwurf, Nadja trotz Bedrängnis und Tabea vollendet einen Konter (8:15), doch die Gröbenzeller „Quittung“ folgt stets auf dem Fuß. Während dem MTV das Pech an den Fingern klebt, läuft der HCD-Gegenstoßmotor  wie geschmiert und liefert einen 10:26-Kantersieg fürs Torekonto. 
 
 
 
Heute war nicht der Tag unserer Mädels. In Vollbesetzung und bei Abruf all ihrer Fähigkeiten wäre es grundsätzlich wohl möglich gewesen, jeden Gegner zu bezwingen. wAAber der geplatzte Traum von der erneuten Jugendbundesligaqualifikation rückt erst mal in die zweite Reihe. Viel wichtiger ist es, dass Annika wohl keine dauerhaften Schäden mit nach Hause nimmt und alle hoffen, dass sich Leas Verletzung auch weniger schlimm zeigt, als der erste Schock vermuten lässt. 
 
Die treuen Fans haben bis zum Schluss alles gegeben. Und als sich Gröbenzell und Stadeln zum Ende des Tages mit der bayerischen Fahne noch für ein gemeinsames Foto im Tor versammeln wird allen wieder bewusst: nicht nur die Siege zählen. 
 
Trainer, Spielerinnen und Fans brauchen und bekommen nun eine verdiente Pause. Die lange Saison mit teilweise dreifacher Belastung hat  sichtbar an den Kräften gezehrt. Und auch die anstrengende Qualiserie hat trotz des fehlenden finalen Erfolgs gezeigt: Im Stadelner Team steckt großes Potential, das es nun mir frischer Kraft und neuem Schwung abzurufen gilt.
 
Dank an die Veranstalter für die reibungslose und nette Organisation und Gratulation an den HCD Gröbenzell zur tags drauf gesicherten Jugendbundesligateilnahme!
 
Auf zu neuen Träumen! In der Bayernliga wollen wir ganz oben ein gewichtiges Wörtchen mitreden! 
 
Für den MTV Stadeln spielten (in allen drei Begegnungen):
Sissi (Tor); Annika, Chrissi (3/2), Hannah (3), Laura (1), Lea, Maike (3), Nadja (2), Nikola (8/3), Sophia (13), Tabea (1) und Tanja (2).
 
Autorin: HL  (Fotos von Michaela Schmidt - hier gehts zum kompletten Album)