MTV Stadeln – TSV Vaterstetten

Frauen 1
Samstag, 12 Mai, 2018
MTV Stadeln – TSV Vaterstetten 31:24 (14:10)
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An Tagen wie diesem…
 
Ein kleiner Blick zurück: Am 30. März 2014 wird bei strahlendem Sonnenschein in Forchheim erstmals ein Landesliga-Final-Four ausgetragen. Die weibliche B-Jugend des MTV-Stadeln schlägt die Vertretung aus Vaterstetten mit 17:15, um sich anschließend zum Turniersieger zu küren. Ein gutes Omen? Jedenfalls stehen auf Fürther Seite heute etliche Mädels auf dem Feld, die vor vier Jahren schon dabei waren. 
 
Wir schreiben das Jahr 2018, strahlender Sonnenschein über Fürth, die einstigen Jugendspielerinnen wollen nun als „gestandene Damen“ ein Märchen vollenden. Erst vor Jahresfrist wurde in einer Herzschlagrelegation der Landesligaaufstieg erkämpft. Heute rüttelt das jüngste Team der Liga kräftig an der Tür zum bayerischen Oberhaus.
 
Am Feiertag haben unsere „Störche“ in fremder Halle vorgelegt. Heute soll die neue Julius-Hirsch-Halle einem ersten absoluten Höhepunkt standhalten. Die Vaterstettener „Vögel“ reisen mit zahlreichen fröhlichen Fans und reichlich Akustikmaterial an, der heimische Anhang kann auch dank tatkräftiger Unterstützung aus dem fränkischen Handballumland in Sachen Lautstärke erfolgreich kontern. Passend zu den Temperaturen liegt ein Hauch von Samba in der Hallenluft. Als sich noch unsere Fabelwesenglücksbringerinnen samt Tröten am Spielfeldrand positionieren steht fest: Es ist alles angerichtet für einen zauberhaften Handballabend.
 
Motivierender Applaus für die grün-weiß gewandeten Gäste. Unsere Damen (im geliebten Rot) werden von Einlaufkindern und Trommelwirbel auf den Platz begleitet. Zuviel für das Sprechermikro, es gibt den Geist auf und Improvisationstalent ist angesagt. Und dann ist es endlich soweit: Das Saisonfinale wird angepfiffen.
 
MTV Stadeln – TSV Vaterstetten   31:24 (14:10)
 
Die Bedeutung des Spiels ist allen Akteurinnen anzusehen. In den ersten Minuten dominieren die Abwehrreihen und die Torhüterinnen dürfen sich auszeichnen. „Storchenküken“ Anja Gasseter findet glänzend in die Partie und hält ihren Teamkolleginnen den Rücken bzw. Kasten frei. Sara Mustafic – auch heute wieder eine Bank von der Strafwurflinie – setzt die Führungstreffer ins Netz (2:0). Da auch der Anschluss per Siebenmeter erzielt wird markiert das satte 3:1 durch Anna Ebersberger in der 11. Minute das erste Feldtor. Als Tassja Retsch aus der für sie ungewöhnlichen Kreisposition zur 7:4-Führung trifft, rufen die Gästetrainer zur Auszeit. Vergeblich. Unter der Regie von Julia Schechinger baut der MTV den Vorsprung aus. Zuckeranspiele finden Sara Mustafic am Kreis, die souverän vollendet. Marissa Ullinger versilbert einen nahezu unerreichbaren Konterpass (12:7). Die „Vögel“ versuchen, durch vorgezogene Abwehrspielerinnen Bälle abzufangen. Doch unsere Damen dürfen in der kräfteraubenden Partie ein Viertorepolster mit in die Halbzeitpause nehmen.
 
Die zehnminütige Unterbrechung ist heute zu kurz, um den Ansturm an der Verpflegungstheke bewältigen zu können. Beim heimischen Anhang überwiegt der Optimismus. Die Gästefans geben nochmals alles, um für ihr Team die Wende einzuleiten, schließlich gab es im Hinspiel nach dem Seitenwechsel eine deutliche Steigerung.
 
Unsere jungen „Störche“ lassen aber heute keine Durchhänger zu. Ein Hammerwurf von Caro Schmitt, Nikola Dude trifft im Flug. Beim Stand von 20:13 versucht die Gästebank, letzte Reserven zu mobilisieren. Doch Sophia Michalowski lässt mit zwei eiskalten ansatzlosen Treffern keine Zweifel am Stadelner Siegeswillen aufkommen. Denise Meierhöfer  schlüpft für einen Strafwurf ins heimische Gehäuse. Der TSV zeigt sich besonders durch blitzschnelle Anwürfe gefährlich. In ihrem ausbildungsbedingt leider letzten Spiel für Stadeln dürfen alle Fans die bärenstarke Sara Mustafic noch einmal in allen Zügen genießen. Fels in der Abwehr, Ballerina am Kreis, konsequent im Alleingang und frech im Abschluss – Sara, wir werden Dich so sehr vermissen! 
 
Unsere Trainer bieten frisches Personal auf. Anna Ebersberger übersprintet alle im Tempogegenstoß. Keine täuscht schöner als Chrissi Knab. Die fleißige Nadja Rothe ersetzt die angeschlagene Marissa Ullinger. Die Gäste reißen ihren Defensivverband auf und es kommt zum offenen Schlagabtausch. Als Hannah Lenhard das 31:24 in die Maschen setzt, ist dies zugleich das auf Sicht letzte Landesligator unserer „Störchinnen“. „Aufstieg! Aufstieg“ schallt es durch die Halle. Sissi Stierstorfer pariert umjubelt den letzten Vaterstettener Angriff und jetzt gibt es kein Halten mehr:
Standing ovations – ein herzlich schräges „We are the champions” – glückliche Trainer und Spielerinnen fallen sich strahlend in die Arme – begeisterte Fans klatschen sich ab. Die Störche fliegen in die Bayernliga – und erfüllen sich einen wunderschönen Traum.
Aufstieg Bayernliga
 
So schön ist Handball – voller Leidenschaft und Emotionen. Auch Dank sympathischer und engagierter Gäste ein Fest. Liebe Vaterstettener, wir hoffen, wir sehen uns in der übernächsten Bayernligasaison wieder :-).
 
Und dann fließen die Tränen: Die Mannschaft verabschiedet sich von ihren genialen Trainern, die dieses Märchen erst möglich gemacht haben. Ein riesengroßes Dankeschön an Mannschaftsarzt Rainer Tischendorf, ohne dessen heilende Hände so manche Spielerin gar nicht hätte auflaufen können, an Konditionstrainer Thomas Rupp, ohne den so manche Spielerin nicht alles aus sich hätte herausholen können und natürlich an unseren Chefcoach René Friedrich. Er betreut „seine“ Mädels zum Großteil schon seit der D-Jugend und hat sie nicht nur zu den letzten beiden Aufstiegen geführt, sondern schon als Jugendmannschaft zur bayerischen Meisterschaft und zur sensationellen Jugendbundesligateilnahme.
 
Eine Ära geht zu Ende – eine intensive und wunderschöne Zeit mit einem krönenden Abschluss. Und der darf jetzt ausgelassen gefeiert werden – an Tagen wie  diesem!
 
Für den MTV Stadeln spielten die künftigen Bayernligistinnen:
A.Gasseter, D.Meierhöfer, C.Stierstorfer (alle Tor); N.Dude (3), A.Ebersberger (5), C.Knab,  H.Lenhard (2),  S.Michalowski (3), S.Mustafic (12/6), T.Retsch (1), N.Rothe, J.Schechinger, C.Schmitt (4) und M.Ullinger (1).
 
Autorin: HL